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Geschichten vom Wegesrand

Wer Müll sammelt, entdeckt manchmal mehr als nur achtlos weggeworfene Verpackungen. Vielleicht eine ungewöhnliche Pflanze, ein kurioses Fundstück oder ein nettes Gespräch mit einem Menschen, dem man unterwegs begegnet.

Hier ist Platz für solche kleinen Geschichten und Erlebnisse aus dem Würmtal. Ganz gleich, ob du regelmäßig Müll sammelst oder nur gelegentlich etwas aufhebst.

Hast du auch etwas erlebt oder entdeckt?

Dann schick mir deine Geschichte, gerne auch mit Fotos, per E-Mail. Du musst dafür keinen langen Bericht schreiben. Zwei Sätze und ein Foto reichen völlig aus. Ich freue mich über jeden Beitrag und veröffentliche ihn nach Rücksprache mit dir.

Den Anfang mache ich mit einer eigenen Geschichte: Wie ich beim Müllsammeln auf die Idee kam, Schlehenlikör anzusetzen.

© – stock.adobe.com

Vom Müllsammeln zum Sloe Gin

Auf dem Heimweg von meinem Fitnessstudio gehe ich häufig einen Weg, auf dem ich regelmäßig Müll sammle. Manchmal gibt es dabei aber auch ganz andere Entdeckungen.

Neulich stand am Miteinanderweg eine Frau mit ihrem Fahrrad und pflückte kleine blaue Früchte von einem Strauch. Neugierig fragte ich sie, was das denn für Früchte seien. „Schlehen“, erklärte sie mir. Die seien allerdings ziemlich bitter und müssten erst einmal in die Gefriertruhe. Ich bedankte mich für die Auskunft, ging weiter nach Hause und fing an zu recherchieren.

Dabei entdeckte ich, dass man aus Schlehen unter anderem Sloe Gin herstellen kann – einen Schlehenlikör auf Gin-Basis. Das wollte ich ausprobieren! Also machte ich mich noch einmal auf den Weg zu dem Strauch und sammelte ungefähr 500 Gramm Schlehen. Mit einem Gin, den ich von meinen Nachbarn bekommen hatte, setzte ich meinen ersten Sloe Gin an.

Die ersten zwei Wochen, in denen ich das Gefäß täglich oder alle zwei Tage schütteln sollte, habe ich inzwischen hinter mir. Jetzt folgen noch sieben Wochen, in denen ich das Gefäß einmal wöchentlich wenden werde. Anschließend wird der Likör abgeseiht. Einen Teil möchte ich verschenken, den anderen selbst genießen – am liebsten als Sloe Gin Fizz.

Und was hat das mit Müllsammeln zu tun? Ganz einfach: Wer regelmäßig draußen unterwegs ist und Müll sammelt, schaut genauer hin. Man entdeckt Dinge, die einem sonst vielleicht entgehen würden, und kommt mit Menschen ins Gespräch. Manchmal wird aus einem gewöhnlichen Heimweg sogar ein kleines Abenteuer.

Noch mehr Geschichten vom Müllsammeln erzähle ich in meinem privaten Blog: Müll sammeln auf mohl.bayern.

Autor: Gabriele Mohl am 16.10.2026